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Ein Kompass für erfolgreiches betriebliches Lernen: Moshers „5 Moments of need“-Modell

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Ein Gastbeitrag von Bernd Binzenbach

Keine Frage, Orientierung in unserer heutigen dynamischen und komplexen Geschäftswelt wird immer schwieriger. Das betriebliche Lernen bildet da keine Ausnahme: Agil, effizient, nah am Arbeitsplatz, selbstgesteuert und natürlich digital – so lauten nur einige der Forderungen. Ein Kompass für betriebliches Lernen wäre hilfreich, der durch den Ozean der Veränderung steuert – gerade vor dem Hintergrund ständig neuer Trends und technischer Verheißungen.

Die US-Amerikaner Gottfredson und Mosher haben mit den „5 Moments of Need“ ein einfaches Modell geschaffen, das (neben anderen) das Zeug zu einem solchen Kompass hat. Als Kern des Modells haben die beiden fünf unterschiedliche Kontexte identifiziert, in denen betriebliches Lernen hauptsächlich stattfindet. Dies liefert eine wichtige Orientierung, um die richtigen Lernformate für den jeweiligen Zweck bereitzustellen und zu kombinieren.

Wie sehen diese fünf unterschiedlichen Anlässe für betriebliches Lernen aus, zum Beispiel bezogen auf eine Software? Und was hat eine Software-Dokumentation wie FlowShare damit zu tun?

Die „5 Moments of Need“

  1. Etwas gänzlich neu lernen
  2. Etwas anwenden
  3. Ein Problem lösen
  4. Etwas ändert sich
  5. Mehr über etwas lernen

1. Etwas gänzlich neu lernen

Hier geht es um die erfolgskritischen Punkte. Nicht „Lernen auf Vorrat“ in Form eines Bombardements an Funktionen ist das Ziel, sondern Orientierung und das Aneignen grundlegender Abläufe.

Ein praktisches Beispiel ist das „Onboarding“ von Mitarbeitern: Mit FlowShare lassen sich im Handumdrehen Klick für Klick einheitliche Anleitungen erstellen, die selbst MitarbeiterInnen ohne besondere Computerkenntnisse verstehen.

So verschmelzen Lernen und Praxis, klassische Trainings können oft erheblich gekürzt oder gänzlich ersetzt werden – durch solche Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Tutorials, Webinare, begleitende Kommunikation. Voraussetzung ist, dass solche Hilfen zum Zeitpunkt der Praxis-Anwendung bereitgestellt werden (siehe auch Punkt 2). Und es gilt natürlich, Aspekte wie die Fragen nach Relevanz und Mehrwert nicht außer acht zu lassen.

2. Etwas anwenden

Neben dem grundlegenden Vorwissen ist es entscheidend, die Nutzer direkt im Alltag, im Moment der Anwendung („on demand“) zu unterstützen, dann, wenn es ernst wird. Da ist es nahezu unmöglich, die Vielfalt der Optionen und Prozesse innerhalb einer Software auf Vorrat für den Ernstfall zu lernen. Erst recht, wenn einzelne Funktionalitäten nur selten genutzt werden.

Wie erwähnt spielt FlowShare gerade hier seine Stärken aus: Im Handumdrehen und ohne besondere Vorkenntnisse sind Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Use Cases, Prozesshilfen, „How-to“-Guides, Musterbeispiele oder Vorlagen erstellt. In Form eines Wikis zum Beispiel entsteht dabei leicht eine ganze Sammlung von Anwendungsfällen, die von allen Mitarbeitern genutzt und sogar eigenständig gepflegt werden können – Wissensaustausch par excellence.

3. Ein Problem lösen

Im Prinzip ein Spezialfall des „Anwendens“: Nutzer benötigen insbesondere dann Unterstützung, wenn ein unerwartetes Problem auftritt und ihre Produktivität bedroht ist.

Entsprechend lässt sich der Einsatz von FlowShare samt Beispielen leicht von der Anwendung (Punkt 2) hierhin übertragen. Doch ein ganz besonderer Mehrwert soll nicht unerwähnt bleiben: der so genannte „Augmented Workflow“. Auf Basis der Daten aus FlowShare führt miraminds‘ zweites Produkt der FlowGuide die Nutzer direkt in der betreffenden Software (z. B. SAP) durch den Prozess und gibt Schritt für Schritt an, was zu tun ist.

Unabhängig davon können zusätzliche Hilfen wie Kontaktdaten zu Experten oder zum Helpdesk, eine Community of Practice oder „Frequently Asked Questions“ (FAQs) Unterstützung leisten.

4. Etwas ändert sich

In diesem Fall ist es entscheidend – das entsprechende Vorwissen vorausgesetzt – punktgenau über modifizierte Versionen, Funktionen oder Prozesse zu informieren.

Auch diese gezielten Aktualisierungen lassen sich erneut in Form von Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Use Cases, Prozesshilfen, „How-to“-Guides, Musterbeispielen oder Vorlagen mittels FlowShare erstellen und veröffentlichen bzw. über FlowGuide direkt in der betreffenden Software hinterlegen.

5. Mehr über etwas lernen

Hier sind Breite und Tiefe, Spezialwissen und -funktionen, der Umgang mit besonderen Herausforderungen sowie Hintergründe gefragt. Oft ist damit der Wunsch nach einem Expertenstatus verbunden.

Typische Lernformate sind: Intensivkurse (Präsenz, online), digitale Selbstlernprogramme bzw. -kurse, Videos, Bücher, Begleitung durch Mentoren und Experten, Tipps & Tricks. Eine besondere Rolle kommt FlowShare hier zu, wenn angehende ExpertInnen nicht nur anhand spezieller Anwendungsfälle lernen, sondern diese mittels FlowShare selbst erstellen und den Anwendern zur Verfügung stellen.

Worin liegen die Potenziale des Modells?

Die „5 Moments of Need“ helfen, Lernformate sinnvoll auf den jeweiligen Lernkontext hin auszuwählen und den Aufwand auf das genau passende Maß zu beschränken. Sie fördern eine differenziertere Betrachtung der Zielgruppe(n): Neulinge in einem Bereich benötigen andere, umfangreichere Lernangebote als „alte Hasen”, auf die vielleicht ein paar Neuerungen zukommen.

Der größte Wert liegt aber sicher darin, dass sich alles um die Praxis-Anwendung dreht. Somit wird ein häufiger Kritikpunkt an traditioneller Weiterbildung aufgegriffen: Teilnehmerinnen fallen nach formalen Lernmaßnahmen relativ schnell wieder auf ihr ursprüngliches Kompetenzlevel zurück, wenn das Gelernte nicht angewendet wird: die „Vergessenskurve“ schlägt zu. Durch die Ausweitung bzw. Verlagerung des Lernens auf die Arbeitsprozesse kann das Kompetenzlevel langfristig gesteigert werden, weswegen dieses Modell oft auch als „Performance Support“ bezeichnet wird. Zudem können formale Lernmaßnahmen durch die Konzentration auf die erfolgskritischen Punkte deutlich „entschlackt“ werden.

Insofern sind die „5 Moments of Need“ tatsächlich eine Art Kompass, der das betriebliche Lernen besser verstehen und optimal gestalten lässt. Dabei bleibt das Modell keineswegs auf den IT-Bereich beschränkt, sondern ist auf jegliche Inhalte übertragbar. Und es bietet einen zusätzlichen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Die Umsetzung ist mit einfachsten Mitteln möglich, wie der Einsatz von FlowShare zeigt. Probieren Sie es doch mal aus!

Über den Autor:

Bernd Binzenbach hält einen Master-Abschluss in eEducation und ist seit über 20 Jahren im Bereich Learning & Development tätig. Seine Erfahrungen aus leitenden Funktionen in globalen Unternehmen gibt er in Entwicklungsprogrammen, Workshops sowie Konzept- und Strategie-Beratung weiter – mit einer speziellen Leidenschaft: die Wirksamkeit von Weiterbildung zu maximieren. Dabei spielt der reflektierte Einsatz digitaler Lernformate für ihn eine wichtige Rolle.

Kontakt: LinkedIn-Profil von Bernd Binzenbach und Twitter-Profil (@binzenbach1)

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