Skip to content

Künstliche Intelligenz – was das ist und warum Maschinen doch nicht die Oberhand gewinnen werden

Diesen Beitrag teilen

Share on facebook
Share on linkedin
Share on twitter

Jenseits der Panikmache: Was Künstliche Intelligenz und Deep Learning ausmacht und was es für Ihr Unternehmen und die Arbeitswelt der Zukunft wirklich bedeutet.

Alle reden nur noch von Einem:

Künstliche Intelligenz.

KI ist überall. 

Künstliche Intelligenz soll in Zukunft Demenz erkennen, Buchhaltungen automatisieren und Salatköpfe ernten. Es könnte die Medizin revolutionieren, Diagnosen stellen und Ärzte ersetzen. Im Marketing soll KI präzisere Analysen erstellen als jeder Analyst und die Kunden genau da abholen, wo diese gerade stehen – und das sind nur einige Beispiele. Die Wirtschaftsprüfer PwC prognostizieren, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt allein durch KI bis 2030 um über elf Prozent steigen könnte – das entspricht einer Summe von 430 Milliarden Euro.  

Aber was steckt eigentlich hinter diesem Hype? Was macht Künstliche Intelligenz aus und was bedeutet sie für Unternehmen, die Arbeitswelt der Zukunft und für uns bei miraminds? Um diese Fragen zu beantworten haben wir unseren Informatiker Dr. Oliver Fluck zum Thema „Künstliche Intelligenz” befragt.

Zunächst einmal: Was ist KI?

Künstliche Intelligenz ist ein Überbegriff für verschiedene Ansätze. Genauso inflationär wie er verwendet wird, so vielfältig ist auch seine Abdeckung: Denn eine klar abgegrenzte Definition von KI gibt es nicht. Es existieren Ideen von Maschinen auf Augenhöhe des Menschen bis zu KIs, die nur ganz bestimmte Probleme lösen. Was die meisten Definitionen teilen, ist dass KI Entscheidungsstrukturen des Menschen abbildet und so mithilfe von Daten eigenständig Probleme bearbeiten kann.

In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf einen Ansatz, der auch häufig gemeint ist wenn es in der Umgangssprache um Künstlicher Intelligenz geht: Das „Deep Learning”. Beim Deep Learning wird ein Netzwerk anhand von Beispieldaten trainiert: Trainingsdaten werden eingegeben und auf dieser Basis findet der Computer Regeln.

Das Netzwerk besteht dabei aus der Verknüpfung von Knotenpunkten mit bestimmten Gewichtungen, sowie Faktoren, die man auf den Verbindungen der Knotenpunkte ansetzen kann. Basierend auf den Trainingsdaten werden diese Gewichtungen und Faktoren dann neu konfiguriert. Ein Beispiel: Mithilfe von Deep Learning und hunderten von Fotos kann einem Netzwerk beigebracht werden wie ein Auto aussieht – ohne dem System vorzugeben was ein Auto ausmacht. Die Künstliche Intelligenz „lernt” mit den Trainingsdaten was ein Auto ist.

Im Gegensatz dazu bestehen Algorithmen aus klaren Anweisungen und „Wenn das – dann das”-Strukturen, die einmal festgelegt und dann eingehalten werden. Deep Learning ist mehr als so eine Handlungsvorschrift, sondern eine eigene Technologie.

Bedeutung: Steht uns eine Revolution bevor?

Mit dem Thema KI gehen immer auch jede Menge Spekulationen und Science-Fiction-Visionen einher. Maschinen gewinnen die Oberhand über den Menschen oder menschliche Arbeit wird überflüssig. Einige sehen Film-Szenarien aus Filmen wie Blade Runner oder Matrix Wirklichkeit werden – Menschen werden zu Marionetten der übermächtigen Technik. Oliver beruhigt: Es wird keine Revolution geben.

Ja, durch KI wird es Veränderungen geben, in der Gesellschaft und in der Art wie wir arbeiten. Teilweise werden Vorgänge durch Künstliche Intelligenz wegrationalisiert und damit fallen Arbeitsplätze weg. Dies betrifft jedoch häufig einfache, repetitive Tätigkeiten oder Dateneingaben. Aufgaben, die viel Zeit in Anspruch nehmen ohne großen Mehrwert zu generieren. Damit kann KI auch eine Chance sein: Weil gleichzeitig neue – und vielleicht bessere – Arbeitsplätze an anderen Stellen entstehen. 

Oliver spricht sich ganz klar gegen Panikmache aus. Er erklärt: „Jede KI ist im Moment noch ein Fachidiot für eine ganz spezielle Aufgabe”. Von einer Welteroberung, einer Singularität, die alles überschaut, seien wir noch sehr weit entfernt. Stattdessen sind die KI-Mechanismen für klar abgegrenzte Bereiche zuständig. Sie übernehmen spezifische Aufgaben (Oliver: „mehr schlecht als recht im Moment, ehrlich gesagt”) und ergänzen so menschliche Arbeit. Auf diese Weise überwindet Künstliche Intelligenz das „Knowledge Worker’s Dilemma” (mehr dazu hier). Arbeiter können ihr Wissen einsetzen, um tragende Aufgaben zu übernehmen, anstatt ihre Zeit mit administrativen und repetitiven Arbeiten zu verbringen. Diese Aufgaben werden ihnen von der KI abgenommen und Arbeiter können ihr Potenzial da nutzen, wo es wirklich gebraucht wird.

Insgesamt ist KI also weniger eine Bedrohung für Arbeit im Allgemeinen, sondern wird vielmehr die Struktur der Arbeitsplätze verändern. Die Gefahr liegt im Umgang mit diesen Änderungen: Politik und die Gesellschaft müssen sich jetzt mit dem anstehenden Wandel beschäftigen und auf Veränderungen reagieren. Der Wegfall von Arbeitsplätzen wird vor allem weniger qualifizierter Arbeitskräfte betreffen. Gerade in diesem Bereich sollten daher jetzt Maßnahmen ergriffen werden um Massenarbeitslosigkeit in der Zukunft zu verhindern.

Ausblick: Herausforderungen der Zukunft von KI?

Eins ist sicher: Der Anteil von Künstlicher Intelligenz in unserem Alltag wird in den nächsten Jahren weiter wachsen. Gleichzeitig sind mit der Technologie Herausforderungen verbunden: 

Erstens, funktioniert KI nicht ohne Daten. Sie sind das „Gold des 21. Jahrhunderts”, ermöglichen mit ihren Informationen technologischen Fortschritt. Es sind jedoch nicht alle Daten gleich wertvoll. Falsche Daten müssen aus der Datenflut erkannt und aussortiert werden. Die wertvollen Informationen auf der anderen Seite brauchen Aufbereitung, damit Netzwerke sie verarbeiten können. Schon jetzt ist das Säubern und Aufbereiten von Daten eine eigene Disziplin im Bereich Data Science. Durch die rasant steigenden Informationsströme werden diese Aufgaben in Zukunft noch wichtiger werden. 

Gleichzeitig spielt bei der Datennutzung auch der DatenSCHUTZ eine immer wichtiger werdende Rolle. Die Privatsphäre von Menschen und die Souveränität ihrer Daten muss auch auch bei der Anwendung von Künstlicher Intelligenz gewahrt werden. Dafür soll unter anderem die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU sorgen. Andererseits stellt die DSGVO für Unternehmen ein Riesenhindernis dar, Künstliche Intelligenz zu nutzen. Firmen müssen viele Regularien erfüllen und können nur bedingt Daten sammeln und auswerten. Dies wiederum führt zu einem Wettbewerbsnachteil Europas zum Beispiel gegenüber China: Dort ist Datenschutz kaum ein Thema in der Öffentlichkeit. Es gibt wenig Regeln für den Datenschutz und Firmen können sehr frei Künstliche Intelligenz einsetzen. Wenn Europa also beim technologischen Fortschritt mithalten möchte, muss die EU den Spagat hinkriegen: Sie muss Regelungen finden um einerseits Daten zu schützen, aber gleichzeitig Innovationen zu ermöglichen. 

Dazu kommen ethische Fragen, wenn Maschinen in Zukunft menschliche Entscheidungen übernehmen. Nach welchen ethischen Prinzipien wollen wir leben? Und wie wollen wir dabei mit KI umgehen? Berühmt ist das Beispiel des selbstfahrenden Autos und die Frage ob es in einer Notsituation eher das Leben eines Kindes oder eines Erwachsenen gefährden sollte. Daneben gibt es zahlreiche weitere Beispiele. Ist KI diskriminierend? Ist es gerecht, wenn eine künstlich intelligente Kreditvergabe Kunden aufgrund ihrer Herkunft ablehnt? Kann man Menschen systematisch in Gruppen einteilen? Aufgrund solcher Konflikte hat die EU 2019 vier ethische Grundprinzipien zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz entwickelt. Danach haben Personen zum Beispiel das Recht auf eine nicht vollständig automatisierte Entscheidung, falls diese sie benachteiligt. Außerdem soll KI die menschliche Autonomie respektieren, fair sein und erklärbar bleiben.

miraminds: Was hat KI mit uns zu tun?

Natürlich geht KI auch an miraminds nicht unbeachtet vorüber. Auch im Bereich des Customer Service und im internen und externen Support hat Künstliche Intelligenz ein Riesenpotenzial für Verbesserungen. Genau das wollen wir nutzen: Unsere Vision ist es, den First-Level-Support durch Künstliche Intelligenz zu erleichtern. Das bedeutet, Anwendern bei der Nutzung von Software automatisiert Hilfestellungen geben. 

Wenn Sie also nach Möglichkeiten suchen, Ihre Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz anzulernen, in genau dem Moment, wenn eine Fragestellung zur Softwarenutzung aufkommt, haben wir gute Neuigkeiten für Sie. Genau damit beschäftigen wir uns momentan und arbeiten fleißig an der nächsten technischen Innovation: Der FlowBase!

Dazu wird es auf der LEARNTEC 2020 weitere Informationen geben. Wenn Sie auch auf dem Laufenden gehalten werden möchten, melden Sie sich gerne für unseren Newsletter an. Schreiben Sie dazu einfach eine formlose Mail an die Adresse info@miraminds.com, dann erhalten Sie alle Neuerungen und wichtigen Informationen per Email.

FlowShare hilft IT-Abteilungen bei der schnellen und einfachen Erstellung von Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Noch mehr Beiträge zum Stöbern

Abonnieren Sie nicht noch einen Newsletter.

Holen Sie sich regelmäßig frisches Wissen!

Für das Versenden unserer E-Mails verwenden wir den bewährten Anbieter ActiveCampaign. In unserer Datenschutz-Erklärung erfahren Sie mehr darüber. Nach der Anmeldung erhalten Sie einmal im Monat aktuelle Trends und Wissen rund um das Thema IT, Lernen 4.0 sowie Aktuelles zur miraminds FlowSuite.

miraminds hat 5,00 von 5 Sternen von 15 Bewertungen auf Google | IT & Software Dokumentation